Umgang mit dem Board |
Aufwärmen | Anschnallen |
Fallschule | Aufstehen
| Rollerfahren | Gleichgewicht schulen | Grundstellung | Gleiten |
Bremsen | Schrägfahrt | Springen | Liften
Dies ist ein kleiner Anfängerkurs für all
die Leute, die gerade angefangen sind zu snowboarden oder die es in bald
lernen wollen. Er soll dazu dienen, mit einem besseren theoretischen
Wissen einzusteigen. Nebenbei ist es auch eine Vorfreude auf das, was kommt!
Denn wer einmal geboarded ist, weiß, wie süchtig man davon wird. Also
viel Spaß beim Lesen und Lernen!
Eigentlich ist dieser Kurs für Snowboardlehrer geschrieben oder für solche, die
einen Snowboardkurs in der Schule oder auf einer Freizeitfahrt geben wollen.
Trotzdem ist er auch für Leute geeignet, die schon etwas "vorlernen" wollen.
Das Board wird senkrecht und nahe am Körper getragen. Der
Fangriemen wird um das Handgelenk zur Sicherung gehalten. Beim
Ablegen wird das Board immer mit der Bindung in den Schnee
gelegt. Niemals das Board frei in den Schnee stecken, es könnte
umfallen, wegrutschen und andere Sportler gefährden.
Normalerweise wärmt man sich von unten nach oben auf. Am
besten wärmt man eine Körperpartie auf und dehnt diese sofort
danach. Durch ein gründliches Aufwärmen wird das Risiko einer
Verletzung erheblich verringert. Besonders für Anfängerkurse
ist dies besonders wichtig. Durch kleine Aufwärm-Spiele kann man
die Motivation der Schüler steigern. Grundsätzlich sollte man -
wenn möglich - immer beidseitig üben. Ein Beispiel für ein
sinnvolles Aufwärmen - selbstverständlich sind der eigenen
Kreativität keine Grenzen gesetzt:
- Auf der Stelle laufen oder ein kurzes Stück den Berg
hoch und wieder herunter, unterschiedliche
Geschwindigkeiten, zum Schluss einen Endspurt.
- Mit der rechten Hand an den linken Schuh langen, Bein
gestreckt - es soll in der Wade ziehen, dies ca. 10
Sekunden halten, ausschütteln und dann das Gleiche mit
dem anderen Bein.
- Ein Kniegelenk angewinkelt, das andere gestreckt, langsam
immer tiefer gehen, Oberkörper aufrecht.
- Hüftkreisen: man kann versuchen, den Namen zu schreiben,
die Arme in die Hüfte gestützt.
- Füße zusammen, Beine gestreckt, mit den Händen durch
Beugen der Hüfte an die Schuhe langen.
- Oberkörper aufrecht, mit einer Hand langsam seitlich an
dem Bein herunterfahren, so weit wie es geht.
- Armkreisen: mit kleinem Radius beginnen und immer
größer und schneller werden, rückwärts,
gegeneinander.
- Ein Arm greift angewinkelt hinter die Schulter, die
andere Hand zieht am Ellbogen langsam zu.
- Ein Arm nach vorne gestreckt, der andere Arm fasst den
Ellbogen und zieht langsam in Richtung Brust.
- Hände hinter dem Körper gefaltet, langsam zusammen nach
oben bewegen.
- Kopf auf eine Seite kippen und so tief wie möglich
kommen versuchen, nicht kreisen - schlecht für die
Wirbelsäule.
- Handgelenke dehnen: Hände gefaltet und kreiseln, dann
fasst eine Hand die Fingerspitzen der Anderen und zieht
in Richtung Körper.
- Zum Schluss (wenn die Gruppe nicht schon
konditionsmäßig total am Ende ist): z.B. im Kreis
aufstellen, immer kleinerer Radius, bis Körper an
Körper gepresst ist, dann versuchen, sich auf die Beine
des Hintermanns zu setzen, wieder aufstehen oder
versuchen im Kreis zu laufen. Spiele wie Faulei sind
ungeeignet, da immer nur eine Person in Bewegung ist.
Zuerst den Fangriemen befestigen, dann das Board quer zur
Falllinie stellen. Danach die Sohlen schneefrei machen und zuerst
mit dem vorderen Schuh einsteigen. Dazu den Schuh in den
Fersenbügel einschieben, den vorderen Schuh mit Bindungshebel
fixieren und schließlich den hinteren mit dem hinteren Schuh
(bei Anfängern am besten im Sitzen) einsteigen.
Die Fallschule ist extrem wichtig. Gründlich durchgeführt
hilft sie schwere Verletzungen (hauptsächlich an den Hand- und
Kniegelenken) zu vermeiden. Stell Dir einmal folgende Antwort
eines Schülers vor: "... es hat mir niemand gesagt, dass
ich den Sturz nicht mit offenen Händen abfangen soll ..." -
wäre doch zu vermeiden gewesen, oder?
Fallen durch Verkanten der Frontside: Hände zur
Faust geballt, Arme gebeugt und eng vor dem Körper, zuerst
Körper absenken anschließend flach über den Schnee strecken,
nicht auf die Knie stürzen. Sturz wird hauptsächlich mit den
Unterarmen abgefangen.
Fallen durch Verkanten der Backside: Arme eng seitlich
am Körper, Kinn auf die Brust, klein machen, nach Möglichkeit
nach einer Seite fallen, um Wirbelsäulenverletzungen zu
verhindern niemals mit gestreckten Armen den Sturz abfangen
In der Praxis macht der Lehrer die Fallschule vor und lässt
dies die Schüler am besten einzeln wiederholen. Man sollte die
Schüler diese Übung mehrmals wiederholen lassen.
Über die Frontside (Oberkörper in Richtung Hang):
Das Board liegt quer zur Falllinie. Durch Abstützen mit den
Armen wird der Körperschwerpunkt so weit wie möglich über die
Boardkanten gebracht. Schließlich mit den Armen abstoßen und
über das vordere Bein aufstehen.
Über die Backside: Oberkörper weit über Boardspitze
beugen mit einer Hand von hinten schnell nach vorne Schwung
nehmen und sich aufrichten. Über die Backside ist es schwieriger
aufzustehen, jedoch liegen die Schüler meistens in dieser Lage
am Hang da es bequemer ist und man so dem Lehrer besser zuhören
kann. Falls das Aufstehen über die Backside nicht gelingt,
empfiehlt sich die Schüler das Board im Liegen drehen zu lassen
und dann aufzustehen. Notfalls muss man selber Hand anlegen.
Hierfür wird ein absolut ebenes Gelände benötigt, damit die
Schüler auf keinen Fall gezwungen werden die Geschwindigkeit zu
verringern (was sie ja eigentlich auch noch nicht können!). Der
vordere Fuß ist angeschnallt, der hintere Fuß stößt nahe dem
Board im Schnee ab. Dann wird der hintere Fuß auf das
Anti-Rutsch-Pad gestellt. Der Blick sollte hierbei in
Fahrtrichtung sein und das Gewicht auf dem vorderen Fuß um das
Gleiten zu stabilisieren. Es bieten sich Übungen an, wie z.B.
ein zunehmend stärkeres Abstoßen im Schnee. Man sollte aber
Wettbewerbe vermeiden, da bei einem Sturz enorme Hebelkräfte auf
das vordere Bein einwirken und es dadurch zu schweren
Verletzungen kommen kann.
Dieser Teil wird ebenfalls in einem absolut ebenen Geländer
durchgeführt. Beide Füße werden angeschnallt und der Körper
aufgerichtet. Nun wird der Körper in alle möglichen Richtungen
verlagert, dies sind: nach vorne in Richtung Nose und nach hinten
in Richtung Tail, der Körper wird völlig gestreckt (nach den
Bäumen greifen) und danach so weit wie möglich gebeugt,
schließlich wird der Körper vorsichtig zu den den Seiten,
Front- und Backside, verlagert. Alle Übungen müssen mehrfach
wiederholt werden, bis es zu (fast) keinen Stürzen mehr kommt.
Stürze werden sich aber nicht vermeiden lassen. Um die Übungen
zu vertiefen kann man z.B. Wippen oder kleine Sprünge versuchen
(ganz tiefgehen und dann schnell Strecken), man kann das Gewicht
so weit nach vorne verlagern, bis sich die Nose vom Boden abhebt,
usw.
Die Grundstellung wird später noch oft in Erklärungen
verwendet, deswegen finde ich es auch wichtig, dass nicht nur der
Lehrer sondern auch die Schüler genau wissen, aus welchen
Elementen die Grundstellung besteht. Die Grundstellung besteht
aus folgenden drei Elementen:
- Mittelstellung: Die Sprung-, Knie- und Hüftgelenke sind
in einer mittleren Beugestellung, d.h. weder gestreckt
noch ganz gebeugt.
- Mittellage: Der Schwerpunkt ist in der Mitte des Boards,
d.h. weder Vor- noch Rücklage.
- Achsenparallelität: etwas, das ich lange auch nicht
kapiert habe: Man denkt sich Achsen durch die Sprung-,
Knie- und Hüftgelenke (offiziell gehören die
Schultergelenke auch dazu, ist aber schwierig zu
schaffen). Diese Achsen müssen im Idealfall
übereinander parallel verschoben liegen.
In der Praxis ist das Erlernen der Grundstellung von den
Schülern nur schwer zu erreichen, oft wird am Anfang mit
Rotation gefahren. Ich frage meine Schüler z.B. nach der
Mittagspause diese drei Elemente in Form eines Quiz ab um sie zu
vertiefen. Nur wenn die Schüler eine Aufgabenstellung verstanden
haben, können sich diese auch ausführen.
Hierzu wird ein leicht geneigter Hang, am besten mit
Gegenhang, oder ein eben auslaufender Hang benötigt. Weder auf
der Front-, noch auf der Backside wird gefahren, das Gewicht wird
lediglich auf den vorderen Fuß verlagert. Als Übungen zum
Gleiten bieten sich z.B. Partnerübungen an. D.h. ein Partner
schnallt ab und zieht den Anderen ein paar Meter. Wenn ein
Schüler übrig bleibt, hilft natürlich der Lehrer mit. Während
dem Gleiten kann man die Schüler anweisen, das Gewicht nach
vorne und nach hinten verlegen (Vor- und Rücklage), als
Auflockerung kann man die Schüler versuchen lassen einen
Gegenstand aus dem Schnee während dem Gleiten aufzuheben (z.B.
Bonbon, Fähnchen, usw.). In einem etwas steileren Gelände
(Vorsicht!) mit Gegenhang kann das Gleiten mit
etwas höheren Geschwindigkeiten ausprobiert werden und das Board
danach in den Gegenhang auslaufen lassen.
Der Kanteneinsatz wird in erster Linie zum Bremsen benötigt.
Man beginnt mit dem Seitrutschen (Rutschen mit quergestelltem
Board der Falllinie entlang, den Hang gerade hinunter). Das Board
wird quer zur Falllinie gestellt und der Körper befindet sich in
der Mittelstellung. Ein mittelsteiles Gelände mit "freier
Bahn" und mit wenig oder gar keinem Pistenbetrieb ist
nötig. Im mittelsteilen Gelände kann im Gegensatz zu einem
flachen Gelände mehr mit dem Aufkantwinkel experimentiert werden
und ein Verkanten ist unwahrscheinlicher.
Nun wird das Board flachgestellt, wodurch sich der
Aufkantwinkel verkleinert und das Board anfängt abzurutschen. Je
stärker der Aufkantwinkel verringert wird, um so schneller wird
man (wenn man übertreibt verkantet man und kommt wohl recht
abrupt zum Stillstand). Um das Board Flachzustellen, bzw.
Aufzukanten gibt es zwei Mögliche Techniken. Welche Technik
einem besser liegt muss jeder Schüler selber herausfinden:
- Aufkanten durch Beugen der Beine nach vor-bergwärts,
Flachstellen durch Körperstreckung in Richtung
hoch-talwärts
- Aufkanten durch Streckung bergwärts, Flachstellen durch
Beugen der Beine und Verlagerung des Körpers talwärts
Wieder bietet sich hier eine Partnerübung an. Ein Schüler
schnallt ab und hebt den Anderen, der gerade herunterrutscht. Man
kann das Tempo variieren sowie auf Zurufe des Lehrers anhalten
lassen, schneller oder langsamer werden lassen.
Wichtig ist, das man alle Übungen (soweit möglich)
beidseitig übt. Beim Seitrutschen also niemals nur das Fahren
auf der Frontside üben, sondern auch auf der Backside. Das
gleiche gilt für die Schrägfahrt:
Die Schrägfahrt wird aus dem Seitrutschen entwickelt. Man
verlagert das Körpergewicht auf das vordere Bein und rutscht
somit schräg. Der Blick sollte möglichst auf das zu erreichende
Ziel, nicht auf das Board oder die Füße gerichtet werden. Das
Gelände ist das Gleiche wie beim Seitrutschen. Durch das setzen
eines Zielpunktes kann man die Schüler dazu bringen, den Blick
auf das Ziel zu richten. Durch Lage- und Stellungsvariatioenen
(Vor- und Rücklage, gestreckt und gebeugt, usw.) kann die
Schrägfahrt weiter verbessert werden.
Beim Überfahren von Bodenwellen wird schnell und kräftig aus
den Beinen hochgegangen, mit dem Ergebnis dass das Board vom
Schnee abhebt. Die Landung sollte man weich abfedern.
Das Liftfahren wird oft von älteren Schülern gefürchtet.
Durch eine gute Vorbereitung kann man diese Angst verringern. Je
nach Möglichkeit und wenn das Gelände und der Könnerstand der
Schüler passen, sollte man Sessellifte benutzen. Während der
Fahrt können sich die Schüler erholen, beim das Liften mit
einem Schlepplift ist dagegen für viele Schüler eine hohe
körperliche Anstrengung.
Mit dem Sessellift: immer zuerst den
Fangriemen überprüfen! Das Board wird in Fahrtrichtung
gestellt, man dreht sich nach hinten und erwartet des Sessel. Bei
großen Sesseln sollten die Anfänger auf den Außenpositionen
sitzen, damit es beim Ausstieg keine Tote gibt. Vor dem
Aussteigen wird das Board in Fahrtrichtung gehalten und die Nose
angehoben. Nach dem Aufsetzen des Boards im Schnee wird der
hintere Fuß auf das Anti-Rutsch-Pad gesetzt und das hoffentlich
gut gelernte Gleiten wird praktiziert. Als Lehrer sollte man sich
vor dem Liften Gedanken über den Ausstieg machen (ist der
Ausstieg steil, muss man eine Kurve fahren, stehen oben viele
Leute herum, usw.).
Mit dem Schlepplift: Board in Fahrtrichtung und
hinterer Fuß nach außen setzen Regulars am besten links,
Goofies rechts. Oberkörper nach innen drehen und Bügelerwarten,
Bügel zwischen den Oberschenkeln einhaken, hinterer Fuß auf das
Pad. Sich auf Anfahrtsruck vorbereiten, gerade stehe und Blick
nach vorne Zum Aussteigen Bügel herausnehmen und vorne
loslassen. Das Schleppliftfahren kann gut simuliert werden. Beim
Liftpersonal nach einem Bügel fragen.
Wenn Du die Elementarschule gut durchgeführt hast, sind Deine
Schüler bestens für die Basisschule vorbereitet. Um die
Elementarschule durchzuführen, ist meiner Meinung nach ein
ganzer Tag nötig. |