Noch vor wenigen Jahren wurden Snowboarder milde belächelt, als sie mit
ihren Brettern die Hänge runterjagten, doch heute erobert ihr Sport die
Pisten der Welt. Allein in Deutschland gibt es 350.000 aktive Fahrer, coole
und junge Leute, denen es nicht um Preisgelder oder Rekorde geht, sondern um
Fun, denn sie sind mit dem Herzen bei der Sache. Die
beliebtesten Pisten der Boarder findet Ihr in Österreich (Ischgl, Kaunertal, Sölden),
Schweiz (Laax, St. Moritz), Frankreich (Val Thorens, Val dIsere, Chamonix), Slowakei (Hohe
Tatra), Kanada (Mount Whistler), USA (Aspen), Alaska (Valdez) und Japan
(Nagano).
Aber wie ist nun die Geschichte des Snowboards entstanden?
Angefangen hat alles - wie man sich denken kann - in Amerika. Irgendwo, irgendwann in den Siebzigern war es einigen Wellenreitern dort während grauer, kalter Wintertage zu trist geworden: Sie griffen sich ein Holzbrett, zogen eine Schnur vor durch
seine Spitze - das half beim Lenken - und stapften unverdrossen irgendeinen Hang hinauf, um dann mit diesem "Snurfer" (aus "snow" und "surfer") wieder herunterzusausen.
Die bekanntesten dieser amerikanischen Vorväter des Snowboardens sind u.a. Jake Burton (ja, genau dieser Burton und Tom Sims (auch er mischt immer noch mit).
Aber wir in Europa haben unsere eigene "History of Snowboarding". Auch hier war es einigen Skate- und Surfboardern in Frankreich, in der Schweiz und in Deutschland
im Winter zu langweilig geworden. Und so ging's los: Diese Handvoll Skate- und Surfboarder aus der Schweiz und Deutschland fing an,
sich in Papas Werkstatt selber solche Dinger nach amerikanischem Vorbild zu bauen, denn ein Foto hatten sie von drüben mitgebracht. Keiner hatte präzise Vorstellungen, und so sahen
die Boards dann auch aus - breit, kurz, ohne Taillierung, aber bis zu 15kg schwer!!! Am Anfang immer noch mit einer Lenkschnur an er Nase des Boards. Schmelgranulat diente als Antirutschauflage,
und die Bindungen bestanden aus Fahrradschläuchen - mit Hilfe von Metallplatten quer übers Brett genagelt.
Die ersten Versuche mit derartigen Geräten waren dann auch prägend für diese Generation von Boardern: So durften sie damals überhaupt keinen Lift, schon gar keine Piste und nur ganz wenige Bergbahnen benutzen.
Da war Raufsteigen angesagt: immer einer als Spurtreter voraus, Wechsel alle fünf Minuten. Und dann erst die Abfahrten - meist in Moonboots, und diese Moonboots rutschten in der Regel bei Stürzen von den Füßen,
das Board mit den Boots rauschte noch ein Stück talwärts, und ein bestrumptes Wesen machte sich fluchend auf die Suche nache seinem Board: in meterhohem Pulverschnee, versteht sich.
Aber trotzdem - es hat damals schon süchtig gemacht, dieses Brett.
Die weitere Entwicklung verlief eher schleppend. Zwar konnten die wenigen, die damals schon dem Board verfallen waren, einiges an Material verbesser: Da kamen neuen Ideen für Bindungen auf, Beläge und Stahlkanten wurden
"erfunden". Aber noch immer waren die Betreiber von Bergbahnen und Liften unerbittlich - schließlich wußte außer dieser Handvoll Snowboarder kein Mensch was von dem unbändigen Vergnügen. Das änderte sich schlagartig,
als - um 1985 - zwei Filme in die Kinos kamen, Bogners "Fire and Ice" und "A View to a Kill" mit James Bond. Spätestens da wurden Hunderte Kinogänger vom Virus SNOWBOARD angesteckt.
Und dann ging's Schlag auf Schlag: 1985/86 importierten Sims und Burton die ersten Boards nach Europa. Verbände wurden gegründet, Snowboardschulen kamen auf. Immer mehr Hersteller - auch viele aus dem Windsurfbereich -
begannen Boards zu produzieren. Hersteller von Accessoires, Boots und Handschuhen, bisher nur im SKibereich tätig, brachten spezielle Boots, Handschuhe und dergleichen für Snowboarder auf den Markt. Immer mehr Bergbahnen
beförderten jetzt auch Snowboarder. Und so weiter und so fort - Snowboarden wurde zu dem, was es heute ist: ein weltweit anerkannter Sport mit vielen Anhängern (und etlichen Neidern), eine unglaubliche Faszination, noch dazu schnell zu lernen.
Jetzt gibt es hervorragendes Material, funktionell und sicher. Verbände, Schulungswesen und Handel sind organisiert und strukturiert. |